Buchtipp: Der Tote von Bolbec

 

Also denn ich lüfte ich heute den letzten Grund meines langen Schweigens, neben den im letzten Post bereits erwähnten Gründen.
Ich musste Ruhe haben, ganz viel Ruhe, denn ich habe mir einen Wunsch erfüllt. Ich habe einen Cosy-Krimi geschrieben. Etwas, das ich schon lange machen wollte. 

Nun werdet Ihr Euch fragen, wieso?
Der Gedanke entstand 2022 bei einem Zwischenstopp in Bolbec in der Normandie, als ich mich auf dem Weg in den Urlaub in die Bretagne befand. Ich hatte ja darüber berichtet. Hier in Bolbec hatten es mir die vielen "Treppenstraßen" oder auch "Himmelsleitern" angetan.


Irgendwie gingen diese Treppen so gar nicht mehr aus meinem Kopf und noch vor Ort am Abend und in den nächsten Tagen schrieb ich immer wieder kleine Ideen und Ansätze einer Geschichte in mein Notizbuch.

Durch eine Autopanne landeten wir per Zufall, ein Jahr später wiederum in Bolbec. Wir hatten erzwungenermaßen Zeit, denn an einem Freitagnachmittag geht einfach gar nichts. So wanderten wir erneut durch die Stadt und an dem sehr heißen Sonntag hinaus zur ehemaligen Textilfabrik, in der ein "Textilmuseum" untergebracht ist und Besuchern die Geschichte des "GOLDENEN TALS" erzählen sollte. Denn Bolbec war mal das französische Zentrum der feinen Baumwollstoffe. Das interessierte mich natürlich brennend.

 

Ich gestehe, dass, was wir fanden, war nur eine verlassene Ruine, der jedoch einen Textilen-Schatz beherbergen sollte. Die alten Jacquardwebstühle, an denen neben den normalen Schachtwebstühlen exquisite florale Baumwollstoffe bis in die 1970er-Jahre gewebt wurden. 
Was wir an diesem Sonntag allerdings vorfanden, waren verschlossene Tore, Gebäude in einem desolaten Zustand und eine zündende Idee zu den vielen "Treppestraßen". Diese Idee breitete sich immer weiter in mir aus.


Auf dem Rückweg kamen wir an der in vielen Reiseführern ausführlich beschriebenen "Chapelle Sainte-Anne" vorbei. Ein Juwel des beginnenden 20. Jahrhunderts, erbaut für die Arbeiter der Textilfabrik. Auch diese in einem erbärmlichen baulichen Zustand, dem Verfall preisgegeben.

Aber ich ordnete auf dem weiteren Rückweg meine Gedanken und formulierte im Kopf bereits Szenen.
Die ersten Sätze meines Romans "Der Tote von Bolbec" schrieb ich vor Ort im kleinen Café, am Platz vor der Kirche, bei einer Tasse Kaffee.

Als wir im letzten Jahr knapp 30 km von Bolbec entfernt, an der Cote d' Albatre, unseren Urlaub verbrachten, löste sich meine seit fast einem Jahr bestehende "Schreiblokade". Meine Geschichte formuliert sich irgendwie selbstständig, als wir mit Einheimischen am Strand von "Veulettes-sur-mer" das Ende des Sommers feierten. 


Nach einem grandiosen Sonnenuntergang am Ponte Rouge, laut Aussage der Einheimischen der Strand mit der gefährlichsten Unterströmung, war meine Geschichte komplett.
Wieder zu Hause habe ich begonnen, die Notizen zu sortieren und gezielt zu schreiben, versuchte mir Freiräume zu schaffen und zum Ende des letzten Jahres war der Roman geschrieben.


Ich halte ihn bereits als gedrucktes Exemplar in den Händen. Für Euch wird er auch in den nächsten Tagen zu bestellen sein.

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