5 Jahre "Die Dinner der Aphrodite"
Genau heute vor 5 Jahren erschien mein erstes Kochbuch "Die Dinner der Aphrodite".
Das ist eine kleine Erinnerung wert und natürlich auch ein kleines bisschen zu feiern.
Entstanden war die Idee zum Buch aus einer interaktiven Raum-Installation "Die Dinner der Aphrodite" für das Osthaus Museum in Hagen 2002 und dem sich anschließend daraus entwickelten Kunstprojekt gleichen Namens.
Ich gestaltete insgesamt 13 Essen mit unterschiedlichen Teilnehmern an unterschiedlichen Plätzen in den folgenden 8 Jahren. Dabei waren viele einzelne Gerichte entstanden, die Ende 2010 begutachtet werden wollten. Spätestens da war es klar, irgendwann schreibe ich mal ein Kochbuch.
Irgendwann?
Nein, es war jetzt ein guter Zeitpunkt. So machte ich mich kurzentschlossen an die Arbeit und unterzog die insgesamt 13 Kisten randvoll mit Material einer näheren Untersuchung. Nach weiteren zwei Jahren waren genau 12 Kapitel entstanden, die sich harmonisch in einen Jahresablauf fügten.
Es war ein Reigen aus Fotos, erotischen Kurzgeschichten rund ums Essen und dazu 12 Menüs.
Zeit, mir einen Verlag zu suchen.
Und nun kam alles in eine Stromverschnellung, mit der ich am allerwenigsten gerechnet hatte.
Nach weiteren 6 Monaten lag der "Probedruck" vor mir.
Gesagt getan, die Planung konnte beginnen, in diesen wundervollen Räumen, an den exklusiven Tischen und Stühlen, entworfen durch René, das Dinner auszurichten.
Genau 4 Wochen später wurden die Tische eingedeckt und das für mich unvergessliche Erlebnis nahm seinen Lauf.
25 Gäste, liebe Kollegen, Freunde und Kunden des Meubelateliers nahmen an der Dinner-Präsentation meines Kochbuches teil. Welch ein unglaublicher Moment.
Zur Begrüßung erwartete die Gäste ein Amuse Gueule aus gefüllten Gurken auf kleinen, salzigen Mürbeteigkeksen, begleitet von einem Glas Prosecco.
Danach durfte man sich an Broten in 3 Geschmacksrichtungen und 3 Sorten Butter vergnügen, während eine ersten Lesung aus einer der Kurzgeschichten auf den Abend einstimmte.
Inzwischen war das Regionalfernsehen hinzugekommen und dokumentierte den Abend für das Programm "Lifestyle-Magazin" hier im Süden der Niederlande.
Die Teller wurden gewechselt und die Gäste erfreuten sich nun an "Gänseblümchen-Löwenzahnsalat", der Vorspeise des Monats Juni aus dem Kochbuch.
Außerhalb der Sicht der Gäste, im Hof, damit der Geruch die Gäste nicht belästigte, bastelte ich mit "unsichtbaren" Helfern bereits schon am in Teilen vorbereiteten Hauptgang, denn das Dinner sollte harmonisch und fließend sein.
Während die Teller mit "Lammkarrees auf Belugalinsen und gefüllten Zucchiniblüten", Hauptgang des Monats April, eingedeckt wurden ...
Natürlich wurde auch das wieder ausführlich durch die Fernsehkamera dokumentiert, genau wie das nun folgende Dessert: "Pflaumenschaum". Im Kochbuch als Dessert des Monats Oktober zu finden.
Es war spät, das Fernsehen verabschiedete sich.
Auf die Gäste wartete ein "angezogener" Kaffee mit Cognac und liebevoll selbstgemachte Pralinen.
Ein Rezept, das zwar bei einem der 13 Dinner entstanden war, aber keinen Eingang ins Kochbuch gefunden hatte. Es schlummert bereits in den Startlöchern für ein zweites Kochbuch ... irgendwann.
Das Ende der Buchpräsentation und das Ende der kulinarischen Reise war gekommen.
Zusammen mit Ruth und René, ohne die das Projekt nicht stattgefunden hätte, verabschiedete ich mich müde aber sehr glücklich von unseren Gästen.
Auch nach 5 Jahren werde ich noch immer von begeisterten Teilnehmern auf der Straße angesprochen.
"Die Dinner der Aphrodite" haben inzwischen in vielen Küchen Einzug gehalten.
Auf die Frage heute Morgen: "Würdest Du das noch mal machen?" habe ich geantwortet:
JEDERZEIT ..., es muss nur wieder passen!
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